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Sind Goji Beeren wirklich gesund? Oder doch einfach nur teuer?

von: Michael Wichert - - Erhalte Gratis Updates über neue Artikel HIER

Wenn du dir etwas Gutes tun willst und daher Goji Beeren kaufst, dann solltest du eine Sache wissen:

Goji Beeren sind nicht so super gesund wie oft behauptet.

Hier ist warum . . .

Goji Beeren enthalten reichlich Vitamin C. Aber oft auch zahlreiche Pestizide.

Mit einer Handvoll Beeren am Tag bleibe man fit und richtig gesund. Das jedenfalls das Versprechen zu dieser Superfrucht.

Und auch Hollywood Größen schwören seit einiger Zeit auf die vermeintliche Wunderwirkung der Goji Beeren.

Angeblich helfen dir Goji Beeren auf folgende Weise . . . sie:

  • spenden Energie (kaum bestreitbar)
  • unterstützen dein Herz-Kreislauf-System
  • stärken das Immunsystem
  • helfen bei Bluthochdruck
  • senken den Fettgehalt im Blut
  • schützen die Haut vor Gefahren der UV-Strahlung
  • bieten optimalen Zeltschutz, weil enthaltene Anti-Oxidantien freie Radikale neutralisieren
  • halten deine Augen gesund (Schutz vor grünem Star und Schutz der Nervenzellen in der Netzhaut)
  • schützen vor vorzeitiger Alterung (Anti-Aging-Effekt)

Tatsächlich sind einige dieser Versprechen nicht ganz grundlos, denn Goji Beeren enthalten wirklich gesunde Inhaltsstoffe.

Einige Inhaltsstoffe der Goji Beeren helfen

So enthalten Goji Beeren beispielsweise reichlich Vitamin C und Vitamin A. Beide Vitamine gelten als Anti-Oxidantien und schützen vor Zellschäden.

In größeren Mengen enthalten Goji Beeren auch die Mineralstoffe Eisen, Selen und Zink.

Eisen spielt eine Schlüsselrolle für den optimalen Sauerstofftransport im Körper. Zink und Selen bieten Schutz vor freien Radikalen und schützen somit die Zellen.

Noch wichtiger aber: Selen und Zink binden im Körper enthaltene Schadstoffe (wie Schwermetalle Quecksilber und Cadmium) BEVOR diese in Zellen eingebaut werden.

Hier mal eine Übersicht über alle Inhaltsstoffe der getrockneten Goji Beeren (je 100 Gramm):

Typ Menge Abdeckung Tagesbedarf
Ballaststoffe 8,0g 32,0%
Fett 1g 2,0%
Kalorien 83kCal 3,4%
Kohlenhydrate 21g 7,0%
Protein 11,0g 15,0%
Vitamine
A 9.000 IU 180,00%
B1 (Thiamin) 0,1mg 10,00%
B12 0mcg 0,00%
B2 (Riboflavin) 1,3mg 75,00%
B3 (Niacin) 0,0mg 0,00%
B5 (Pantothensäure) 0,0mg 0,00%
B6 0,0mg 0,00%
C 19,2mg 32,00%
D 0mcg 0,00%
E 0,0mg 0,00%
K 0mcg 0,00%
Mineralstoffe
Calcium 100,0mg 10,00%
Eisen 9,0mg 50,00%
Kalium 840,0mg 24,00%
Kupfer 2,0mg 100,00%
Magnesium 0,0mg 0,0%
Phosphor 0,0mg 0,0%
Selen 63,7mcg 91,0%
Zink 4,0mg 26,67%

Alles wichtige Nährstoffe, keine Frage.

Allerdings stehen unsere heimischen Beeren den Goji Beeren in nichts nach. Auch Johannisbeeren und Erdbeeren enthalten Vitamin C, Eisen und andere Stoffe.

Verbraucherschützer meinen daher Goji Beeren fördern die Gesundheit nicht stärker, als andere Obstsorten.

Goji Beeren haben also dem normalen Obst und Gemüse nichts voraus.

Untersuchungen von Wissenschaftlern zeigen zudem: Als Wundermittel taugt die Goji Beere erst recht nicht. Bisherige Studien fanden nämlich nur an Mäusen oder im Reagenzglas statt.

Belastbare Ergebnisse auf Basis von Studien an Menschen fehlen bisher.

Bleiben als Besonderheiten nur noch der exotische Geschmack und der Preis. Denn als Superfrucht aus fernen Landen sind Goji Beeren teuer.

Ab ca. 4 Euro bekommst du 100 Gramm getrocknete Beeren.

Der Preis ist dabei noch das kleinere Übel. Gehören doch Goji Beeren zu den Obstsorten mit erhöhter Belastung an Pestiziden.

Und die könnten dir wirklich schwer im Magen liegen.

Pestizide in Goji Beeren verderben den Spaß

Zahlreiche Pestizide in Goji-Beeren aus Nicht-Bio-Anbau schmälern die Freude an deren Konsum.

Die Ergebnisse aus dem Jahr 2010 dazu stammen von der Behörde zur Lebensmittelüberwachung aus Stuttgart.

Was fand man heraus?

Man untersuchte dort 15 Proben getrockneter Goji Beeren. 14 Proben aus Nicht-Bio, eine Probe Bio-Anbau.

Nur die Bio-Beeren bestanden den Test. Dort fand man nur geringfügige Mengen zweier Pestizide.

13 der 14 Proben aus Nicht-Bio-Anbau fielen bei der Untersuchung durch. Sie überschritten die gesetzlichen Höchstmengen für Pestizide.

Unter anderem fand man das Insektizid und Nervengift Acetamiprid.

0,2 mg/kg Acetamiprid . . . das war noch die geringste Menge, die man in einer Probe fand. Erlaubt waren zum Zeitpunkt der Untersuchung aber nur 0,05 mg je kg (bei getrockneten Beeren um Faktor 5 höhere Grenzwerte).

In Summe fand man in den 14 Proben im Durchschnitt 12,9 verschiedene Pestizide. Und im Mittel enthielt ein kg Beeren 0,68mg an Pflanzenschutzmittelrückständen.

Guten Appetit!

Jetzt kommt der Clou: Im Januar 2014 erhöhte die EU-Kommission die erlaubten Höchstmengen für Acetamiprid um das 20fache!

Zuvor lange der bei 0,1 mg je kg. Jetzt erlaubt die EU 0,2 mg Acetamiprid je kg. Laut Aussage von Importeuren wäre es sonst schwierig gewesen, die Goji Beeren in Europa anzubieten.

Greenpeace überprüfte im Jahr 2013 erneut Goji Beeren. Auch hier stellte man wieder eine hohe Belastung an Pestiziden fest.

Du solltest daher nur Goji Beeren aus Bio-Anbau kaufen. Allerdings ist auch das nicht so einfach.

Etikettenschwindel bei Goji Beeren

99 Prozent aller Goji Beeren kommen nämlich aus China. Und anscheinend nimmt man es dort bei den Kontrollen nicht so genau.

Wiederholt verkauften die Chinesen Goji Beeren aus herkömmlichen Anbau als Bio.

Auch in Stuttgart stellte man die Qualitätsangaben in Frage. 2 Proben enthielten die Angaben „bio“ bzw. „wild“. Doch trotzdem fand man dort Rückstände an Pestiziden.

Abgesehen davon ist die Kontrolle generell schwierig. Viele Importe erfolgen über Transitländer in Südostasien (wie Singapur) und dort nimmt man die Kontrollen lockerer. So gelangen dann auch belastete Beeren über Umwege nach Deutschland.

Hinzu kommt dann noch Etikettenschwindel bei den Herkunftsangaben. So findet man im Handel 3 Beerensorten:

  • Goji Beeren aus Wildsammlung
  • Goji Beeren aus dem Himalaya
  • Goji Beeren aus Tibet

Tatsächlich ist es gar nicht möglich aus diesen 3 Quellen Beeren in diesen Massen (ca. 9.000 Tonnen aus China) für den Export zu bekommen.

Die Wahrheit: 99% aller Beeren reifen auf riesigen Plantagen im Ningxia-Tal in China. Doch China als Angabe zur Herkunft verkauft sich schlechter. Und vor allem auch nur zu einem geringeren Preis.

Erhoffe dir also nicht, wirklich Goji Beeren aus Tibet oder dem Himalaya zu bekommen.

Kauf und Verwendung

Goji-Beeren sind mal eine Alternative als Beigabe zum Müsli.

Die getrockneten Goji-Beeren bekommst du in Bio-Läden oder Reformhäusern. Du solltest diese dann kühl und trocken lagern. Dann halten sich diese ähnlich lange wie Rosinen.

Zum Müsli sind sie mal eine geschmackvolle Abwechslung. Du kannst sie aber auch einfach so essen.

Falls du Medikamente zu Gerinnungshemmung nimmst, solltest du auf Goji Beeren ganz verzichten. Das Bundesinstitut für Arzneimittel warnt, weil Goji-Beeren den Abbau dieser Medikamente blockieren.

Als Fazit lässt sich festhalten:

Ja, Goji-Beeren sind gesund, aber als oft angepriesenes Wundermittel gehen diese nicht durch. Erst recht nicht aus herkömmlichen Anbau . . . wegen der starken Belastung an Pestiziden.

Kaufe daher nur die Bio-Variante. Dann sind Goji Beeren eine geschmackvolle Bereicherung zum Müsli.

Die tägliche Portion Obst und Gemüse ersetzt dies natürlich nicht. Die gehört für eine gesunde Ernährung immer dazu.

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